Shared Hosting Anbieter in der Praxis

Mit Shared Hosting gibt es wohl genauso viele Meinungen wie es Hoster gibt. Darum auch hier: Meine persönlichen Erfahrungen mit Shared Hostern. Es handelt sich hier nicht wie sonst andere dutzende Listen, die im Internet kursieren, mit kopierten Leistungsbeschreibungen, sondern von mir persönlich gemachten Erfahrungen – meistens mit auf den jeweiligen Hostern laufenden WordPress-Seiten.

Hinweis: Es sind rein meine eigenen Erfahrungswerte durch Eigene und Kundenprojekte. So sind folgende Hinweise bestimmt nicht objektiv, aber eben subjektiv Dinge, die mir aufgefallen sind. Eine Auflistung der Leistung lasse ich dabei bewusst weg, da jeder Anbieter eine andere Stratagie über die Auslastung seiner Server fährt. Je nachdem wie der Traffic der anderen Seiten ist, die auf dem selben Server wie das eigene Angebot liegen, ist dies auch nicht in einer Einzelmeinung wie hier vergleichbar.

 

Hosteurope

Selbst dort seit Jahren Kunde. Handelt sich um eine stabile Plattform, die aber meiner Meinung nach seit Jahren auf einem Stand verharrt und fast nicht aktualisiert wird.

Wurden von GoDaddy übernommen, einem der größten Hosting-Anbieter der Welt, welcher aber unter Profis nicht gerade über einen guten Ruf verfügt.

Gut: Sehr empfehlenswerte Hotline: Selbst spät abends freundliche und kompetente Mitarbeiter am Telefon ohne viel Wartezeit. Backups können selbst ohne Zusatzkosten wieder hergestellt werden.

Schlecht: Die Benutzeroberfläche im Backend ist fürchterlich, alles andere als leicht zu bedienen. Auswahl der PHP-Versionen nur sehr eingeschränkt und veraltete Versionen.

Für Drupal 8: Paket Medium für 6.99 geht nicht, da kein InnoDB, es ist Premium für 9.99 notwendig, dann ist aber auch SSH für Drush dabei.

1&1

Meiner Meinung nach zwiespältig: Hosting-Angebot ganz ok und zugeschnitten auf Nutzer mit wenig Erfahrung. Aber sollten Probleme nicht lösbar sein ist die Hotline nur sehr schwer erreichbar.
Gut: Backend-Oberfläche auch für Anfänger benutzbar, einigermaßen aktuelle PHP-Versionen.
Schlecht: Nur wenig MySQL-Datenbanken. Ewige Warteschlange bei der Hotline.

Domainfactory

Bei vielen Profis beliebt und meiner Meinung zurecht, guter Hoster. Die Leistung hat durch die Übernahme von Domainfactory durch HostEurope sich meiner Meinung nach nicht verschlechtert. Ebenso wie HostEurope gehört damit Domainfactory mittlerweile zu GoDaddy, ein Hoster mit einem keinen allzuguten Ruf.

Gut: Backend mit vielen Möglichkeiten.
Schlecht: GZIP-Komprimierung standardmäßig ausgeschaltet (muss per Hand in der .htaccess aktiviert werden, scheinbar will Domainfactory so die Serverlast minimieren).
Für WordPress müssen die Rechte am Dateiverzeichnis per Hand geändert werden.

Febas

Selbst dort seit neuestem Kunde. Bietet nur eine einfache Administrations-Oberfläche, die dadurch jedoch nicht unnötig überladen ist; und es wird nicht (wie bei vielen anderen Anbietern) versucht Zusatzgeschäfte zu verkaufen. Betreiben ihre Server nach meinen Erfahrungen in den Rechenzentren von Hetzner, einem Hoster mit einer sehr guten Reputation.

Gut: Unschlagbar günstig (z.B. Hosting inklusive 10 Domains für unter 10 Euro), unterstützt LetsEncrypt-Zertifikate, lange php execution time und viel php ram, dadurch laufen auch umfangreiche Scripte (z.B. Backups für größere WordPress-Seiten), keine Kündigungsfristen
Schlecht: Wenig Hilfeseiten, für absolute Anfänger weniger geeignet

Uberspace

Ein ganz anderes Konzept: Keine festen Preise, sondern man zahlt was einem das Angebot wert ist (mindestens 1€, die Betreiber empfehlen 5€). Etwas für Profis, da ohne grafische Oberfläche, dafür hat man so ziemlich alle Freiheiten welche in einer Shared-Hosting-Umgebung überhaupt denkbar sind.

Gut: Unterstützt LetsEncrypt-Zertifikate, man arbeitet direkt per SSH mit der Konsole auf dem Server, damit sind Möglichkeiten wie auf einem VServer und nicht wie bei einem Shared Hosting-Anbieter realisierbar, kommunizieren öffentlich was wie und warum sie was machen (auch Downtimes), man es kann es einfach vier Wochen testen ohne irgendwelche Verträge, einfach nur einen Benutzernamen eingeben und fertig
Schlecht: Nur für Profis die wissen wie sie per Kommandozeile den Server einrichten

United Domains

Eigentlich ein Domain-Registrator, der aber auch einen Hosting-Tarif anbietet. Persönlich habe ich einen Kundenauftrag bei diesem Hoster nicht angenommen, da selbst das Backup einer kleinen WordPress-Seite wegen Laufzeitfehlern nicht möglich war.

Gut: Nichts
Schlecht: Sehr schlechte Performance, wenig Speicher